Gib&Nimm – vom Ende einer kleinen Ära

Mit einem weinenden und einem lachenden Auge müssen wir Abschied nehmen von unserem sozialen Projekt. Wie viele Besucher und Bewohner wissen, leben und arbeiten wir im Außenbereich Stadtilms und warten seit vielen Jahren auf die Lösung eines langwierigen Problems. Endlich, so zeichnet es sich seit letztem Jahr ab, werden wir nun eingemeindet, was bedeutet, dass hier in ein bis zwei Jahren ein Gewerbe ausgeübt werden darf. Hier, im Außenbereich der Stadt gibt es uns und zwei weitere Nachbarn – alle arbeiten mittlerweile zusammen, und endlich haben alle mit ihren Vorstellungen einen Kompromiss gefunden.

In 1,5 Jahren haben wir mithilfe einer Mediation geschafft, alles an Vorstellungen, Ängsten, Wünschen und No-Gos am Runden Tisch zu besprechen und eine Lösung für alle Beteiligten zu finden. Viel ist noch zu tun, bald beginnen Planer und Behörden ihre Arbeit.

Bevor im Rathaus Stadtilm alle Parteien die gemeinsame B-Planung unterschreiben, heißt es für uns, von einem Projekt Abschied zu nehmen. Abschied nehmen müssen wir vom Gib&Nimm Sozialprojekt, das seit zwei Jahren zum Sozialkaufhaus erweitert wurde, um die Grundkosten zu decken. Einerseits haben wir nach einer Schließung viel mehr Zeit für uns. Jeden Wochentag 4 Stunden Ehrenamt für Sortieren, Waschen, Auspreisen, Entsorgen, Kunden betreuen ist nicht immer leicht – wir haben es gerne getan! Und es tut uns leid, dass viele Bindungen nun auseinander gehen werden.

Die Stadt Stadtilm hat als Bedingung formuliert, dass sie hier im Lohmühlenweg KEIN SOZIALKAUFHAUS wünscht! Wir akzeptieren diese Vorgabe, schließlich kann man ständig an mehreren Fronten kämpfen - und gehen nun andere Wege. Vielleicht gibt es hier irgendwann einmal ein Café?

Doch wann und wie das umgesetzt wird, steht noch in den Sternen, der Weg, den uns die Gemeinde hier vorzeichnet, ist gut und richtig. Bloß: Enthusiasmus kann man nicht einfrieren und wieder auftauen…